|
|||
Mein Ehrenamt als Hospizhelferin
„Wenn wir uns um jemanden kümmern, erhaschen wir mitunter einen flüchtigen Einblick in eine wesentliche Qualität unseres Seins... Wir werden daran erinnert, wer wir wirklich sind und was wir einander zu geben haben. (Alan D. Wolfelt)“ ...eine Lebensphilosophie die mich letztendlich bis zu meinem Ehrenamt geführt hat. Seit 2005 bin ich aktives ehrenamtliches Mitglied der Hospizbewegung Düren. Ich führe mit dem kranken Menschen Gespräche über Gott und die Welt, höre seine Lebensgeschichte oder Ereignisse aus seinem Leben die ihm gerade wieder in den Sinn kommen. Es werden vielleicht Spiele gespielt oder er möchte spazieren gehen. Manchmal lässt die Krankheit keine Unterhaltung zu, dann ist auch gemeinsames Schweigen oder das Wachen über den Schlaf eine Art diesem Menschen zu zeigen, dass er auch hier und jetzt nicht alleine ist. Ich bringe Zeit mit, Zeit an der es dem Betroffenen mangelt. Viele interessieren sich auch für mein Leben. Mit meinen Erzählungen bringe ich etwas Abwechslung und neue Gedanken mit ein. Es macht mir nichts aus über mich und mein Leben zu berichten. Wenn sie sich dann an den Geschichten erfreuen ist es durch aus angebracht etwas von mir preiszugeben. Die Neugier der Sterbenden verdeutlicht mir immer wieder das hier jemand am Leben teilnimmt. Sterben ist Leben!!! Gemeinsames Lachen und Weinen ist eine selbstverständliche Reaktion auf die aufgebaute Vertrautheit. Wenn sich jemand nach einer Schulter sehnt, in den Arm genommen werden möchte oder einfach nur seine Hand hin hält...dann gehe ich gerne auf diese Bedürfnisse ein. Jeder kranke Mensch ist so anders, so individuell und somit kann ich mich nie auf die einzelnen Besuche vorbereiten. Er entscheidet ob, wann und wie wir die gemeinsame Zeit gestalten. Ist er verstorben bin ich traurig und es gilt für eine kurze Zeit die Trauer seiner Familie und Freunde teilen. Aber was auch immer ich während der Sterbebegleitung gebe...ich nehme immer etwas mit.
Ziele der Hospizbewegung Hospiz steht in diesem Zusammenhang nicht zwingend für ein Gebäude, sondern gemeint ist, Sterbenden beizustehen; bevorzugt zuhause in ihrer gewohnten Umgebung. Zum Hospizkonzept gehören: - Die optimale medizinische Linderung körperlicher Symptome, insbesondere die Schmerzbekämpfung - Die ganzheitliche und liebevolle mit menschliche Betreuung des Sterbenden und seiner Angehörigen; der Mensch und seine Lebensqualitität stehen im Mittelpunkt - Die Fürsorge durch ein interdisziplinäres Team aus professionellen (Pflegende, Ärzte, Diätassistenten, Psychotherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten, Seelsorger und Sozialarbeiter) und freiwilligen Helfern - Die Begleitung der Trauernden - Die Aufnahme von Sterbenden ins Hospiz unabhängig von der Regelung der Kostenfrage - Die Kooperation mit bestehenden Institutionen und Diensten – statt Konkurrenzkampf. Ziel der Hospizbewegung ist, den Sterbenden ein menschenwürdiges Leben in der Gemeinschaft bis zuletzt zu ermöglichen. Die Sterbebegleitung der Hospizbewegung distanziert sich von der Sterbehilfe: Wenn es gelingt, die quälenden Symptome der Krankheit zu lindern, ist die Frage nach Sterbehilfe nicht erforderlich. (Quelle: Pflege Heute 1. Auflage September 1997)
Die Hospizbewegung begleitet Menschen unabhängig ihrer religiösen Überzeugung, ihrer Nationalität, ihrer Lebensform oder ihrer sozialen Stellung.
Gedichte und Gedanken zum Thema Sterben, Tod und Trauer
|
|||