Frühling

Gedichte und Gedanken zum Frühling mit Bildern von mir

 

 

Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?

Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?

Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:

"Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!"

Was knospet, was keimet, was duftet so lind?

Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?

Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:

"Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!"

Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?

Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?

Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:

"Der Frühling, der Frühling!" - da wußt' ich genug!

(Heinrich Seidel)

 

 

Wenn die gelben Osterglocken

mit den Gänseblümchen rocken.

Wenn die Butterblumen steppen

und die Tulpen tanzend rappen.

Wenn die Kroküsschen foxtrotten

und die Himmelschlüssel hotten.

Wenn das Buschwindröschen swingt

und die Lerche fröhlich singt.

Wenn der Fink die Trommel schlägt,

dabei fast den Baum zersägt.

Wenn die Meise leise piept

und der Mensch den Menschen liebt.

Wenn die Sonne endlich wärmt,

die Natur erwacht und lärmt.

Dann ist Frühling, das ist klar.

So geschieht es, jedes Jahr.

(Verfasser unbekannt)

 

 

 

 

 

 

 

Das Schöne am Frühling ist,

dass er immer dann kommt,

wenn man ihn am dringendsten braucht.

(Jean Paul)

 

 

 

 

Er hält wieder Einzug im Land

Lässt die Natur aufs Neue erwachen

Wir suchen die Nähe, nicht den Abstand.

Wir können erfrischend Lachen.

Frühling du lässt deine Blumen duften

Das Grün an den Bäumen will sprießen

An Ostern die Eier wollen wir suchen.

Der Heuschnupfen lädt ein zum nießen.

Am Himmelszelt scheint die Frühlingssonne

Wir genießen die aufkeimende Natur.

Wir erleben die Welt mit erfrischender Wonn

Mit Glücksgefühlen rein und pur.

(Zauberblume)

 

 

 

 

 

 

An den Frühling

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

Ei! ei! da bist ja wieder!
Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
Und 's Mädchen liebt mich noch!

Fürs Mädchen manches Blümchen
Erbettelt' ich von dir -
Ich komm und bettle wieder,
Und du? - du gibst es mir?

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

(Friedrich von Schiller)

 

 

 

 

 

Frühlingsanfang

Es ist mild und die Kälte ist gegangen

Die ersten Blüten zeigen sich

Das Leben beginnt seinen neuen Kreislauf der Gezeiten

und ein neuer Wachstum zeigt sich

Wir erleben und berühren einander neu

(unbekannt)

 

 

 

 

 

Lob auf den Frühling

Frühling ist Erwachen,

Wärme, Jubel, Kinderlachen.

Sonnenschein, warm auf der Haut,

Schnee, fast gänzlich weggetaut.

Himmelsbläue, hoch gespannt,

klare Sicht, bis weit ins Land.

Vögel, froh, voll Übermut,

zwitschern... Ach, es klingt so gut!

Weiße Wolken langsam zieh`n,

erste Blumen herrlich blüh`n.

Hoffnungsschwanger, in der Luft

liegt ein ganz besondrer Duft.

Knospenfülle, Fröhlichkeit...

Herrlich! Das ist Frühlingszeit!

(Annette Andersen)

 

 

 

 

Der Frühling ist so schön

Ein Hase hoppelt auf dem Rasen,

mit Blumen sind gefüllt die Vasen.

Das frische Grün wächst langsam im Garten,

so muss unser Häslein nicht mehr warten.

Doch eins stört das Häslein noch,

kein Möhrchen ist im Häsleinloch.

Die Sonne scheint ihm auf den Pelz,

wie wohlig warm, unserem Häslein gefällts.

Mit vollem Bauch lässt es sich gut leben

und raus kommen die Knospenreben.

Die Hummeln summen, Schmetterlinge fliegen,

alle rufen: Der Frühling wird siegen.

(unbekannt)

 

 

 

 

 

          Sonnige Farben

          Tuffs in blau und goldgelb

          In bunten Beeten

          Erwacht das Leben

          Fröhlich bunte Blüten

          Mit lächelnden Gesichtern

          Überall duftende Kissen spenden

          Trost nach einem langen Winter

          Tänze der Schmetterlinge

          Erhellen den Tag

          Rund um den Garten strahlt eine

          Corona von Licht

          Himmelblau die ersten Knospen

          Ein leiser Dufthauch

          Natur in den schönsten Farben

 

          (Pia Widera)

 

 

 

 

 

 

 

Erinnerung, Sehnsucht, Hoffnung
sind die Begleiter der ersten Frühlingsboten,
und Sehnsucht beglückt oft mehr als Besitz.

(Karl Gutzkow)

 

 

 

 

 

 

Die Tulpe  

Dunkel

war alles und Nacht.

In der Erde tief

die Zwiebel schlief,

die braune.

Was ist das für ein Gemunkel,

was ist das für ein Geraune,

dachte die Zwiebel,

plötzlich erwacht.

Was singen die Vögel da droben

und jauchzen und toben?

Von Neugier gepackt,

hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht

und um sich geblickt

mit einem hübschen Tulpengesicht.

Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

(Josef Guggenmos

 

 

 

 

Nun ist er endlich kommen doch

In grünem Knospenschuh;

"Er kam, er kam ja immer noch"

Die Bäume nicken sich's zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,

Nun treiben sie Schuss auf Schuss;

Im Garten der alte Apfelbaum,

Er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz

Und atmet noch nicht frei,

Es bangt und sorgt; "Es ist erst März,

Und März ist noch nicht Mai."

O schüttle ab den schweren Traum

Und die lange Winterruh:

Es wagt es der alte Apfelbaum,

Herze, wagst auch du.

(Theodor Fontane)

 

 

 

 

 

 

 

Sieh da: Die Weide schon im Silberpelz,
Die Birken glänzen, ob auch ohne Laub,
In einem Lichte, das wie Frühling ist.
Der blaue Himmel zeigt türkisenblau
Ganz schmale Streifen, und ich weiß, das ist
Des jungen Jahres erster Farbenklang,
Die ferne Flöte der Beruhigung:
Die Liebe hat die Flügel schon gespannt,
Sie naht gelassenen Flügels himmelher,
Bald wird die Erde bräutlich heiter sein.

Nun Herz, sei wach und halte dich bereit
Dem holden Gaste, der mit Blumen kommt
Und Liebe atmet, wie die Blume Duft.
Sei wach und glaube: Liebe kommt zu dir,
Wenn du nur recht ergeben und getrost
Dich auftust wie ein Frühlingsblumenkelch.

(Otto Julius Bierbaum)

 

 

 

 

 

 

Gänseblümchen, kleines Kraut,

wächst auf allen Wiesen.

Überall wohin man schaut,

du seiest gepriesen.

Ob die Sonne wieder lacht,

ob bei Regenwetter,

weit leuchtet deine Pracht,

und ein Tag wird netter.

Blühst so unverblümt und ehrlich,

klar und unverwechselbar,...

(Verfasser unbekannt)

 

 

 

 

 

 

 

 

Grüner Schimmer spielet wieder
drüben über Wies'  und Feld.  
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
auf die stumme trübe Welt.
Ja,  nach langen Winterleiden
Kkehrt der Frühling uns zurück,  
will die Welt in Freude kleiden,
will uns bringen neues Glück.

    

Seht, ein Schmetterling als Bote
zieht einher in Frühlingstracht,
meldet uns,  dass alles Tote
nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
auf zu schau'n  zum Sonnenschein.
Ist es doch, als ob sie fragen:
"Sollt'  es denn schon Frühling sein?"

    

Seht,  wie sich die Lerchen schwingen
in das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren,  wie sie singen
über uns herab ins Feld!  
Alles Leid entflieht auf Erden
vor des Frühlings Freud' und Lust  -
Nun,  so soll's auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!

(Hoffmann von Fallersleben)

 

 

 

 

 

 

 

 

Es sind nicht die bunten Farben,

die lustigen Töne, die warme Luft,

die uns im Frühling so begeistern.

Es ist der stille weissagende Geist unendlicher Hoffnungen,

ein Vorgefühl vieler froher Tage,

die Ahnung höherer ewiger Blüten und Früchte

und die dunkle Sympathie mit der gesellig sich entfaltenden Welt.

(Novalis)

 

 

 

 

 

Fröhlich fliegst du durch das Land,

summst durch die Luft, an mir vorbei,

landest sanft auf meiner Hand

und wärmst dich im Sonnenschein.

So sitzt du eine Weile hier,

ich bin ganz entzückt

und wenn du fliegst dann laß bei mir

ein klitzekleines Stück vom Glück.

(unbekannt)

 

 

 

 

 

 

 

Ich betrachte den Frühling, als ob er zu mir käme,

um dankbarer zu sein.

(Christian Friedrich Hebbel)

 

 

 

 

 

 

 

Frühling, Frühling!

Welche Zunge vermöchte ihn auszusagen,

den Zauber,

der schon im Worte liegt und das Herz schlagen lässt

voll süßer Sehnsucht und seliger Hoffnung.

(Sophie Verena)

 

 

 

 

 

 

 

Im Frühling ist die Natur eine Augenweide zum Sattsehen.

(Siegfried Wache)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blühende Bäume

Was singt in mir zu dieser Stund
Und öffnet singend mir den Mund,
Wo alle Äste schweigen
Und sich zur Erde neigen?

Was drängt aus Herzensgrunde
Wie Hörnerschall zutag
Zu dieser stillen Stunde,
Wo alles träumen mag
Und träumend schweigen mag?

An Ästen, die sich neigen,
Und braun und dunkel schweigen,
Springt auf die weiße Blütenpracht
Und lacht und leuchtet durch die Nacht
Und bricht der Bäume Schweigen,
Dass sie sich rauschend neigen
Und rauschend ihre Blütenpracht
Dem dunklen Grase zeigen!

So dringt zu dieser stillen Stund
Aus dunklem, tiefem Erdengrund
Ein Leuchten und ein Leben
Und öffnet singend mir den Mund
Und macht die Bäum erbeben,
Dass sie in lichter Blütenpracht
Sich rauschend wiegen in der Nacht!

(Hugo von Hofmannsthal)

 

 

 

 

 

 

 

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt's schon an zu blühn.


(Joseph von Eichendorff)

 

 

 

 

 

 

Im Lenz

  

Im Lenz, im Lenz

Wenn Veilchen blühn zuhauf,

gib acht, gib acht,

Da wachen die Tränen auf!

Im Herbst, im Herbst,

Fiel alles Laub vom Baum.

Ach, Lieb' und Glück

Vergangen wie im Traum!

Gib acht, gib acht,

So ist der Dinge Lauf:

Blumen und Wunden

Brechen im Frühling auf.

(Paul Heyse)